windelfrei! windelfrei?

Windelfrei, abhalten, elimination communication – was ist das alles eigentlich?!

Als ich mit meiner Tochter schwanger war wurde ich auf „windelfrei“ aufmerksam. Ich kaufte mir das Buch „Es geht auch ohne Windeln“ und war sehr angetan. Der Gedanke, dass man unendlich viel Windelmüll und Windelwäsche sparen könnte gefiel mir sehr gut und die Argumentation, dass Babys uns mitteilen, wenn sie sich erleichtern müssen, war für mich plausibel.

Mein Mann war nicht besonders angetan, er stellt sich vor wie überall in der Wohnung pipi-Lachen schwimmen und somit war meine Euphorie schnell gebremst.

Doch unsere Tochter lehrte mich, dass es gut ist, seinem Gefühl nachzugeben. Der Anfang unserer Stillbeziehung war anstrengend und so kam es, dass meine Tochter immer unruhiger wurde, nur noch rum zappelte beim Trinken und als sie vier Tage alt war kam mir in den Sinn, dass ich sie ja mal abhalten könne. Also zog ich ihr die Windel aus, setzte mich in den Schneidersitz, klemmte ein Asiatöpfchen zwischen meine Beine (man kann genauso gut eine Schüssel nehmen) und siehe da, sie erleichterte sich und trank genüsslich in aller Ruhe.

Das war der Start unserer (teilzeit-)windelfreien Zeit.

Mir wurde klar, dass elimination communication tatsächlich schon sehr früh, von Geburt an, ohne Worte funktioniert. Wir müssen unseren Kindern nur die Möglichkeit geben. Und ihnen „zuhören“.

Schon bald gewöhnte ich mir einen Laut an, den ich machte, wenn ich sie abhielt. Ich entschied mich für „schschschsch“, weil es an Wasserrauschen erinnert.

Wenn die Babys noch sehr klein sind ist es schwierig, jedes Pipi abzuhalten. Und das ist auch nicht wichtig. Sie pieseln meistens mehrmals in der Stunde. Aber es ist einfach, sich am Anfang in bestimmten Situationen auszuprobieren. Zum Beispiel nach dem Aufwachen, nach dem Stillen (später nach dem Essen) oder einfach auch erstmal bei jedem Windelwechsel. Man kann das Baby über den Tag immer wieder beobachten und versuchen herauszufinden, ob es bestimmte Dinge tut, bevor es pieseln muss, zum Beispiel Blickkontakt suchen oder zur Seite schauen oder ein bestimmtes Geräusch.

In unserer Wohnung hatte ich an mehreren Stellen wasserdichte Unterlagen liegen. Wenn wir also zu Hause waren trug meine Tochter oft nur eine Unterhose mit einem Waschlappen als Einlage, sodass ich immer sehr schnell merkte, wenn sie nass war. Ihre Beinchen wurden von Stulpen und Socken gewärmt. Genauso gut kann man auch Trainer anziehen, oder eine Mullwindel wie eine Einlage falten und dem Kind zwischen die Beine legen und zum Beispiel mit einem alten ausgeleierten Haarband am Bauch fixieren.

Es gibt die raffiniertesten Kleidungsstücke, die einem das abhalten und später dem Kind selbst den Gang zur Toilette oder zum Töpfchen erleichtern. Wenn euch also Bezeichnungen wie Splitpants oder Abhaltehosen begegenen wisst ihr künftig, wozu man sowas verwenden kann. Und hey, ja, das ist öko. Klingt spießig? Nein, es ist cool! Bilder sagen mehr als 1000 Worte, deshalb zeige ich euch unten in der Galerie ein paar ganz tolle Accessoires, mit denen windelfrei einfach noch mehr Freude macht 😉

Traut euch! Und lasst es entspannt angehen, macht euch keinen Druck. Nichts muss, alles darf! Windelfrei ist kein Wettbewerb.

Ihr werdet sehen, die ein oder andere Windel wird etwas länger trocken bleiben. Und euer Kind wird in so mancher Situation vielleicht entspannter werden – weil ihr sein Bedürfnis, sich erleichtern zu müssen, gelernt habt wahr zu nehmen!

Wer sich zu teilzeit-windelfrei mit Stoffwindeln oder Minimalwindeln als Backup schlauer machen möchte, oder die Accessoires live sehen und die Unterschiede kennenlernen möchte, darf sich natürlich gern bei mir melden. In meinem Beratungssortiment habe ich dazu einiges 🙂

Ich wünsche euch viel Spaß beim Beobachten und Ausprobieren.
Eure Sonja

PS: Diese süßen Teilchen wurden von Rebecca von EmmyRooHandmade gewerblich genäht. Die Bilder hat sie mir zur Verfügung gestellt. Ich erhalte für die Erwähnung hier und generell für Vermittlung keine Provision oder ähnliches 😉 Ich kann ihre Produkte guten Gewissens empfehlen weil ich weiß, dass sie nur absolut hochwertige Stoffe vernäht.